+++ Die In bei der Binea in der Stadthalle Reutlingen +++

Wir wollen mit unserem Protest auf die vermeintliche Inszenierung der Bundeswehr als normalen Arbeitgeber aufmerksam machen. Sie ist alles andere als ein guter Ort für Ausbildung und Studium. Ein Arbeitgeber der für das Leid und das Morden in aller Welt mitverantwortlich ist, hat auf einer Ausbildungsmesse nichts verloren!

Bei der Bundeswehr gibts du dein Leben für die Mächtigen. Du sollst mit deinem Leben für die Interessen der Regierung gerade stehen. Dabei handelt es sich um außenpolitische oder wirtschaftliche Interessen.

Stelle dir doch einmal folgende Fragen:
Warum gibt es so viele Krisenherde auf der Welt und was haben Deutschland und die westlichen Staaten dazu beigetragen? Warum gibt es so viel Ungerechtigkeit und warum beuten diese Länder den globalen Süden aus? Es geht unter anderem um Macht, deren Erhalt und um Ressourcen.

Die Bundeswehr muss raus aus Schulen, der Uni und Bildungsmessen.

Auf dem Transpi steht übrigens:
Kein Werben fürs Sterben!
Friedensbildung statt Militärwerbung! 😉

+++ NACHTRAG: +++

Unsere Aktion zur Bundeswehr auf der Binea in Reutlingen hat verschiedenste Reaktionen hervorgerufen. Wir freuen uns über den Support und Zuspruch, gleichermaßen aber auch über Kritik und Austausch, nur so geht es voran. Unser Ziel ist es, dass die von uns eingebrachten Themen im privaten Zuhause aber auch auf der Arbeit und im öffentlichen Raum zu weiteren Diskussionen anregen.

Damit aber ein*e jede*r von euch an den Diskussionen teilhaben kann und um die Ergebnisse nicht in den private Messages verstauben zu lassen, möchten wir unserer Aktion gern folgendes hinterherschicken:

Wir verstehen uns als Antimilitarist*innen, nicht als Pazifist*innen.

Die Erklärung hierzu ist etwas komplexer: Wir lehnen staatliche Interventionen auf militärischer Ebene i.d.R ab, da diese vor allem Eigeninteressen folgen und die Vergangenheit zeigte, dass es der Bevölkerung nach militärischen Interventionen meist schlechter geht. Wir unterstützen aber beispielsweise die solidarische Selbstverteidigung der Menschen wie in Rojava oder Kobane und sehen selbstverständlich die Notwendigkeit des Kampfes gegen den IS! 

Wir wollen hier aber den gesamten Prozess beachten: Der IS konnte durch geopolitisch motivierte Stellvertreterkriege und Interventionen durch sich zur „Weltpolizei“ aufspielenden Staaten überhaupt erst entstehen: Intervention aus geopolitischen Interessen, Bürgerkriegsunterstützung auf beiden Seiten durch verschiedene staatliche Akteure und anschließendes Machtvakuum in dem Terrormilizen wachsen und sich festigen konnten. Das dann als Anlass für weitere Interventionen durch fremde Militärs zu nehmen finden wir zynisch und kontraproduktiv. 

Wir sind der Meinung, dass auf mittlere und lange Sicht nur diplomatische Lösungen und die Überwindung des auf Konkurrenz und Neid ausgerichteten Gesellschaftssystems wirklich Frieden und Sicherheit gewährleisten können. 
Das bedeutet dann konsequenter Weise auch daa Überwinden von Kriegsbündnissen gegen Russland und Co., solidarisches Wirtschaften auf globaler Ebene, etc. pp. 

Das sind Prozesse die Frieden schaffen und darauf wollen wir uns fokussieren! Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. In der Zwischenzeit kann es durchaus nötig werden und sein, sich auch kämpferisch zu verteidigen, denn diese Idee einer sicheren und solidarischen Welt hat auch ihre Feinde, wie man in Kurdistan aktuell sehen kann. 

Allerdings sieht man dort eben auch, auf wen sich die Menschen – also jene, die tatsächlich für Frieden und Solidarität kämpfen – verlassen können: Nicht auf die USA und andere staatliche Akteure samt ihren MIlitärs, die abhauen, sobald es ihren eigenen Interessen nicht mehr nützt (was am Ende sogar dazu führte, dass der IS wieder wachsen konnte und nun wieder Städte angreift), sondern einzig auf die solidarische Unterstützung der zivilen Bevölkerung in unseren Staaten und freiwillige internationale Brigaden, die dort mit den Kurd*innen gemeinsam kämpfen. 

Die Bundeswehr und andere staatliche Armeen dienen also primär dem Zweck der Sicherung von Macht und Einfluss und stehen so dem Frieden und der Solidarität mittelfristig im Weg, anstatt diesen frei zu machen. Auch wenn sie sich kurzfristig immer wieder zum Retter dessen aufspielen, sind sie das unserer Meinung nach nicht. Hierauf werden wir auch in Zukunft aufmerksam machen und freuen uns auf viele gemeinsame und anregende Diskussionen! 

Wenn ihr mehr über uns erfahren wollt, könnt ihr auch gerne auf hier vorbeischauen. Da haben wir schon einiges dazu veröffentlicht, wer wir sind, was wir tun und warum uns das so wichtig ist.