Demos neu denken!

Die »Nie wieder ist jetzt«- und »Brandmauer«-Proteste der letzten Jahre gehörten zu den zahlenmäßig Größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Gefolgt ist aus ihnen nichts. Das liegt auch an der Protestform selbst. Denn die Bilder von Menschenmassen täuschen: Auf Demonstrationen bleiben fast alle unter sich, kommen allein und gehen allein nach Hause. Im bloßen Appellieren an ein unscharfes Gegenüber offenbart man vor allem die eigene Ohnmacht. Demos sind in dieser Form nicht in der Lage, Wut und Angst in antifaschistische Praxis zu kanalisieren. Und mit dem Voranschreiten der Faschisierung verschiebt sich auch die Protestschwelle. Protestmomente sind endlich. Wir müssen dieses Potenzial für den Aufbau einer antifaschistischen Bewegung nutzen, meint die Gruppe @demosneudenken.

Demos neu Denken ist nötig. Die AFD geht nicht geschwächt aus den Demos wie in Erfurt hervor. Wenn die AFD bei den kommenden Landtagswahlen die stärkste Partei wird und davon ist mal auszugehen, dann stellt sich die Situation der Antifa anders. Widerstand muss vorbereitet und verbreitet werden.

Berichte von Demos nicht nur in Erfurt zeigen nicht nur die Entschlossenheit vieler Antifas, sondern auch, dass die allermeisten „sich kannten“ d.h. in Strukturen, mal fest, mal weniger fest organisiert protestierten. Eine wirkliche Verhinderung der AFD-Treffen wurde nicht erreicht. 
Die AFD gewinnt derzeit an Zustimmung!

Vergangene Proteste haben eine Möglichkeit gewählt um aus dem engen Kreis der Strukturen herauszukommen. In Platzbesetzungen vielerorts konnte auch mit weniger politisierten Menschen Kontakte auf Augenhöhe geknüpft werden. Das könnten wir in Reutlingen auf dem Marktplatz am Wahlabend machen. Wir uns schon „stark machen“ für mehr!
So kann aus Platzbesetzungen zum Kennenlernen für Nachbarschaften dann langfristige Solidarität werden, weil man sich und die jeweiligen Probleme jetzt kennt. Das wäre genial.

Denn wer will schon von Nazis regiert werden?

Erfurt ist überall!