Rommelsbach im Ausnahmezustand

Rechte haben keine Lösungen!

Erinnerung an folgenschwere Zeiten. Nicht mal hundert Jahre ist es her seit der freudigen Begrüßung Hitlers und der NSDAP, gerät der Reutlinger Ortsteil Rommelsbach jetzt ins Visier der Nazis. Alles fast so wie jetzt in Rommelsbach, jenem Ortsteil Reutlingens, auf dem die Wahl zur zentralen Veranstaltung der AFD mit ihrem Führer Höcke gefallen ist. Hier in der Reutlinger AFD ist die stramme Haltung wohl der richtige braune Bodensatz für einen Führer – haben sie gedacht.
„Rommelsbach wirkt an diesem Samstag wie unter Spannung. In der Wittumstraße stehen Anwohner auf den Treppen ihrer Häuser und blicken mit einer Mischung aus Neugierde und Unruhe in Richtung Wittumhalle. Dort ist gegen 15 Uhr bereits ein mächtiges Polizeiaufgebot zu sehen: Kastenwagen reiht sich an Kastenwagen, Einsatzkräfte aus ganz Baden-Württemberg wurden hierher beordert. Die lokale AfD hat es geschafft, Björn Höcke – den vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Hardliner aus Thüringen – für einen Auftritt beim »Bürgerdialog« zu gewinnen.“ das schreibt der Reutlinger Generalanzeiger dazu. Höcke hatte seinen Auftritt lang und unerbittlich. Braune Lösungsansätze Schlag auf Schlag: Hier ein schlichtes »Wir schaffen das ab« oder da »Wir schieben die ab«.  Klarer geht’s nicht auf rechtsradikalen Kurs! Viel Beifall aus den Reihen dieser dumpfen Masse. Es waren wohl 700 Fans. »Man weiß, wie der Zustand des deutschen Staates ist, wenn man den Zustand deutscher Autobahntoiletten kennt«. Das ist AFD-Niveau.

Wenn Nazis stärker werden, ist die Krise nicht fern.

Ob am letzten Samstag im Februar 4000 oder letztlich viel mehr Menschen waren. Egal.  Gefreut hat es jeden demokratischen und jeden antifaschistischen Menschen das so viele gegen rechts da waren.
Denn: Die Krise ist auch in Reutlingen längst angekommen: Stellenabbau, Insolvenzen und eine kaputt gesparte städtische Verwaltung. Die Kita-Gebühren steigen um 7%, bei Sportvereinen und der Kunst und Kultur wird rigoros der Rotstift angesetzt. Kurzum: die Krisenlasten werden von oben nach unten abgewälzt, oder anders: es wird von unten nach oben umverteilt.
Angst und Sorge vor dem, was noch kommt, haben die meisten von uns. Doch eines wissen wir ganz genau: auch wenn sich die AfD als „Kümmerer der kleinen Leute“ gibt, rechte Parteien hatten noch nie soziale Antworten auf die Krise – und auch Björn Höcke hat das nicht.
Aus seinem völkischen Weltbild macht Höcke kein Hehl: das „deutsche Volk“ wird bedroht von „inneren und äußeren Feinden“: von Geflüchteten, von Klimaaktivist:innen, der queeren Bewegung und Linken. Aus Solidarität macht er Spaltung, statt das System zu kritisieren, kreiert er Sündenböcke, echten Protest von unten ersetzt er durch Scheinopposition und pseudosoziale Phrasen.
Die AfD steht für nichts anderes als eine Politik, die die Schere zwischen arm und reich vergrößert und die Arbeits- und Lebensbedingungen von uns allen noch weiter verschlechtert. Um davon abzulenken, tritt die AfD immer weiter nach unten und will uns allen weismachen, dass Migrant*innen das Problem seien. Das schreibt unser Bündnis Gemeinsam & Solidarisch gegen Rechts (https://www.gemeinsam-solidarisch.de/).