Die Gefahr! Die kommt von rechts!

Wer bedroht hier die Demokratie?
Im GEA 25.Februar Seite 9 oben links kommentiert Journalist Egenberger und übt sich in Hufeisentheorie. Die besagt, dass der Staat – hier spricht er von Demokratie – sich gegen seine Feinde von rechts und links behaupten müsse. Er schreibt durchaus wahrheitsgemäß von einem Rechtsextremisten Björn Höcke (AfD), der ein „Gast“ in Rommelsbach sei. „Friedlicher Protest ändert daran nichts“.  Widerstand ist also zwecklos.
Vielleicht ist Herr Egenberger schon tief im vorauseilenden Gehorsam versunken, wenn er zuerst die Kommunen gegenüber den „Vandalismus“ linker Aktivisten bejammert und dann „Vandalismus“- Kosten höherwertig als die Gefahr für die Demokratie setzt. Für ihn sind rechts und links gleichsam extremistisch.

Doch die Gefahr kommt von rechts!

„Schließlich ist der Rechtsextremismus nach Ansicht dieser Menschen (er meint die „linken Aktivisten“) die größte Bedrohung für unsere Demokratie“.  Ja! Herr Egenberger, das stimmt. Schon ein Gedenken über die Nazi-Vergangenheit der Deutschen müsste zur Einsicht gereichen. Ein Blick in Programmhefte, Publikationen und Hassreden nicht nur der AFD würde reichen um berechtigte Angst vor den Faschisten zu bekommen, die Wahlen und demokratische Rechte hassen.

Nie wieder! Sollte es heißen. Nie wieder!  Man kann das Hin- und Herschaukeln, mal Extremisten hier und mal Extremisten („Aktivisten“) da bei ihm kaum übersehen. Für ihn steht dieser Staat dazwischen, der hält die „Demokratie“ hoch. Praktisch sieht das aber anders aus. Nicht allein die Übernahme von AFD-Parolen und Hetze durch staatstragende Parteien spricht eine andere Sprache. Es ist die Sprache der Ausgrenzung und sozialer Kälte. Das ist nicht nur bittere Realität für Geflüchtete und für Menschen die arm sind oder auf dem Wohnungsmarkt verzweifeln. 
Herr Egenberger positioniert sich. Er zählt Missetaten „linker Aktivisten“ auf, die völlig zurecht Podiumsdiskussionen mit Faschisten verhindern („blockieren“) wollen. Das ist für ihn „linker Mob“ der den Bürgern eine Meinungsbildung vorenthalten will. Als ob die Faschisten ihre wahre Absicht da kundtun. Nicht mal Hitler hat das getan.
Aber Herr Egenberger ist nicht fertig. Er hat schlicht Wut auf die Linken. Er moralisiert „Demokratie ist kein Wunschkonzert für Moralapostel mit Spraydose und Trillerpfeife“. Die Linke, die er meint, „offenbart die eigene Bankrotterklärung“ „politische Gegner“, also Faschisten, mit „Gewalt(?) und Sabotage“ (Kriegsrecht?)  zu bekämpfen.
Politische Auseinandersetzungen sollten nicht mit Faschisten und Nazis erfolgen, sondern über sie!